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Kinderurologie

Hypospadie

Die Hypospadie ist mit 1 auf 200 bis 1 auf 300 neugeborene Jungen eine der häufigsten kongenitalen penilen Fehlbildungen, die auf einem unzureichendem Verschluß der Urethralfalten (Harnröhrenbildung) zwischen der 8. und 14. Schwangerschaftswoche beruht. Typisch sind für diese Jungen:

  • Fehllage der Harnröhrenöffnung mit Aufspaltung des Harnröhrenschwellkörpers
  • konische oder gespaltene Konfiguration der Glans
  • Vorhautschürze durch die ventrale Spaltung der Vorhaut
  • Pensiverkrümmung infolge der unelastischen Stränge (sog. Chorda)
  • Entwicklungsstörung im Bereich der Penisschwellkörper mit Verkrümmung und ggf. Torquierung des Penis

Dabei sind die verschiedenen Strukturen in unterschiedlichem Ausmaß betroffen. Bei den häufigsten Formen liegt die Harnröhrenöffnung relativ weit vorn (sog. distale Formen). Ausgeprägte Formen, bei denen die Harnröhrenöffnung am Hodensack oder am Damm liegt, sind selten.
Kleinkinder sollten frühzeitig einem Urologen vorgestellt werden, um Folgeerkrankungen v.a. durch eine zu enge Öffnung der Harnröhre auszuschließend.

Die Therapie sollte idealerweise um den 12. Lebensmonat durchgeführt werden und erfolgt in Form eines mikrochirurgischen Eingriffs, der aufgrund seiner Komplexität sehr viel Erfahrung erfordert. Das Ziel der Operation ist ein gerader Penis mit normaler Funktion und zufriedenstellender Ästhetik.