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Nebennierentumoren

Vor der Einführung moderner bildgebender Verfahren wurden Raumforderungen der Nebenniere oft erst bei Beschwerden und zumeist in fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Durch den zunehmenden Einsatz des Ultraschalls und der Computertomographie werden jetzt häufiger sehr viel kleinere und oft gutartige Raumforderungen der Nebenniere als Zufallsbefunde beschrieben.

Mit zunehmendem Tumordurchmesser steigt sowohl die Wahrscheinlichkeit der Hormonsekretion als auch die der Bösartigkeit. Mit bösartigen Raumforderungen muss ab einer Tumorgröße von 3cm gerechnet werden. Zudem kommt es bei ca. 38 % aller Patienten mit einem bösartigen Tumor anderenorts zu einer Nebennierenmetastasierung. Hauptvertreter sind hier das Bronchialkarzinom bei den Männern sowie zusätzlich das Mamma-, Magen- und Nierenzellkarzinom bei den Frauen. Nach entsprechender bildgebender Abklärung mittels Ultraschall, CT und MRT sowie funktioneller Abklärung (Hormonproduktion) mittels Laboruntersuchungen, Funktionstests und Szintigraphie sollte eine laparoskopische oder offene Entfernung der jeweiligen Nebenniere bzw. des Tumors insbesondere bei Verdacht auf eine Metastase, hormonaktiven Tumor oder größeren raumfordernden Prozessen erfolgen. Beachtet werden muss dabei der Funktionszustand der verbleibenden Nebenniere, um eine Nebennieren-Unterfunktion ausgleichen zu können. Sind beide Nebennieren betroffen (z.B. Metastasen) sollte ein teilweiser Erhalt von Nebennierengewebe oder die Autotransplantation versucht werden.