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Was ist eine Schlaganfallstation (Stroke Unit)?

Eine Stroke Unit ist eine spezielle Einrichtung einer Klinik mit der Möglichkeit einer besonders intensiven Betreuung von Patienten mit einem akuten Schlaganfall, die auf einer Normalstation nicht gewährleistet werden kann. Hier werden Schlaganfallpatienten in den ersten Tagen nach einem aufgetretenem Schlaganfall betreut, in der Regel 24 bis 72 Stunden, ggf. auch länger.

In der Akutphase des Schlaganfalls ist der Krankheitsverlauf oft instabil und prinzipiell noch beeinflussbar, so dass eine besonders intensive Versorgung des Patienten erforderlich ist. Angestrebt wird hierbei die möglichst rasche Verbesserung bzw. Vermeidung einer Zunahme der Symptomatik, was in der ersten Krankheitsphase durchaus noch möglich ist.
Aus diesem Grund arbeitet auf der Stroke Unit ein Team aus besonders geschulten Ärzten und Pflegepersonal zusammen mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern eng und übergreifend zusammen.

Im Vordergrund der Behandlung stehen dabei die Akuttherapie des Schlaganfalls sowie der sofortige Beginn rehabilitativer Maßnahmen der neurologischen Ausfallerscheinungen.
Die Ursachenabklärung des Schlaganfalls und die umfassende Überwachung des Patienten zur Vermeidung von Komplikationen sind zentraler Bestandteil dieses Versorgungskonzeptes.

Um alle relevanten Aspekte der Versorgung von Schlaganfallpatienten gewährleisten zu können, ist der Einsatz eines interdisziplinären Teams unabdingbar.
Dieses Team der Stroke Unit besteht aus speziell ausgebildeten Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Sprachtherapeuten sowie dem Sozialdienst.

Gemeinsam definiert das Team der Stroke Unit für jeden Schlaganfallpatienten eine individuelle Vorgehensweise. So wird in enger und patientenzentrierter Abstimmung durch die gemeinsame Arbeit aller Beteiligten die bestmögliche Versorgung von Schlaganfallpatienten erreicht.

In der Klinik für Neurologie des St. Georg Klinikums Eisenach gibt es seit dem Jahr 2013 eine spezialisierte Schlaganfallstation (Stroke Unit). Die Schlaganfallstation verfügt über insgesamt 8 Betten, ist hochmodern ausgestattet und erfüllt folgende Aufgaben:

  • die unmittelbare Diagnostik des Schlaganfalles als Grundvoraussetzung für eine gezielte Therapie
  • die kontinuierliche Überwachung von Blutdruck, Herzaktion, Sauerstoffgehalt im Blut, Blutzucker und Temperatur durch spezielle Geräte (Monitore etc.)
  • rasche Einleitung einer gezielten medikamentösen Therapie einschließlich der Überwachung der Nebenwirkungen
  • Beginn einer Frührehabilitation durch das Pflegeteam sowie Krankengymnasten (Physiotherapeuten), Ergotherapeuten (Beschäftigungstherapeuten) und Logopäden (Sprachtherapeuten)
  • frühzeitige Planung der Nachsorge im Anschluss an die Akutbehandlung im Krankenhaus durch den Sozialdienst (Rehabilitations-Maßnahmen ambulant/stationär, Versorgung mit Hilfsmitteln etc.)

Zu Beginn der Versorgung eines aufgetretenen Schlaganfalls steht die Akuttherapie. Direkt im Anschluss beginnt die Suche nach den dem Schlaganfall zugrundeliegenden Ursachen. Hierbei werden gezielt mögliche Ursachen eines Schlaganfalles untersucht und direkt eine gezielte, am jeweiligen Pathomechanismus ausgerichtete Behandlung zur Vermeidung neuer Schlaganfälle eingeleitet.

Ist es durch den Schlaganfall zu einer Behinderung wie z.B. einer Halbseitenlähmung oder einer Schluckstörung gekommen, drohen weitere Komplikationen. Um diese zu vermeiden, ist das gesamte Pflegeteam der Stroke Unit auf die speziellen Pflegebedürfnisse von Schlaganfallpatienten geschult und regelmäßig trainiert.
Die Bündelung der langjährigen Erfahrung aller Mitarbeiter in der Überwachung von Schlaganfallpatienten ist grundlegender Bestandteil jeder Stroke Unit und ein Kernbestandteil dieses Erfolgskonzeptes.

Bei Schlaganfallpatienten liegen häufig Sprach-, Sprech- oder Schluckstörungen vor. Der Schwerpunkt der logopädischen Arbeit im interdisziplinären Behandlungsteam beruht auf dem Erkennen sowie dem frühzeitigen Behandeln dieser Störungen.
Neben Sprach- und Sprechübungen spielt hierbei die professionelle Begleitung von Essen und Trinken eine wichtige Rolle.

Die Physiotherapeuten konzentrieren sich auf entstandene Störungen der körperlichen Motorik. Dabei können eingeschränkte Funktionen, wie z.B. das Beugen eines Armes oder Beines im Blickpunkt stehen. Aber auch die Auswirkungen einer Behinderung auf die Mobilität eines Patienten werden gezielt beurteilt und behandelt. Ziel ist neben der Wahrnehmung einer entstandenen Behinderung auch die frühzeitige Mobilisierung des Patienten.

Im Blickfeld der Ergotherapie stehen Anforderungen, die der Alltag an einen Schlaganfallpatienten stellt. Das Therapieziel ist hierbei immer die größtmögliche Eigenständigkeit des Patienten zu erreichen.
Unter Berücksichtigung zentraler Fragen wie: wie verändert sich durch die Behinderung der Alltag? Mit welchen Strategien kann ein Patient seinen Alltag dennoch selbstbestimmt leisten? erfolgt ein alltagsorientiertes Training wenn nötig auch mit dem Einsatz von Hilfsmitteln.

Ist die Behandlung auf der Stroke Unit abgeschlossen, beginnt die Phase der weiterführenden Rehabilitation. Diese findet, je nach Ausprägung möglicher bleibender Behinderungen, in neurologischen Rehabilitationseinrichtungen statt.

Um möglichst wenig Zeit zu verlieren und mit der gezielten Rehabilitation früh anzufangen, erfolgt die Festlegung, Planung und Organisation schon zu Beginn der Behandlung auf der Stroke Unit.