Sprechstunden Im Notfall
16. April 2020

Coronavirus SARS-CoV-2 –Bedeutung für Herz Kreislauferkrankungen

Das neuartige Coronavirus hat die Welt und Deutschland fest im Griff, täglich gibt es neue Entwicklungen. Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen fragen sich möglicherweise, was diese spezielle Situation für sie persönlich bedeutet. Einige mir bedeutsame Dinge möchte ich daher in Anlehnung an die Stellungnahmen von den Fachgesellschaften für Herz-Kreislauferkrankungen erläutern.

Schwerere Verläufe bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungn bei Coronarvirusinfektion möglich - aber die Versorgung aller Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen im St. Georg Klinikum Eisenach ist gesichert!

Personen mit Vorerkrankungen des Herzens, zum Beispiel einer koronaren Herzerkrankung, zählen zu den Personengruppen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus haben. Denn eine Infektion mit einem Virus oder einem Bakterium stellt eine zusätzliche Belastung für das Herz-Kreislauf-System dar. Ist das Herz durch eine Vorerkrankung geschwächt, kann eine Infektion es überfordern, sodass die Erkrankung schwerer verläuft. Unabhängig von einer Vorerkrankung nimmt das Risiko außerdem bei Menschen ab ca. 50 bis 60 Jahren mit steigendem Alter und bei Rauchern zu.

Allgemein gilt folgende Vorerkrankungen erhöhen das Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19:

Vorerkrankungen

  • des Herzens (z. B. koronare Herzerkrankung, Herzschwäche, Bluthochdruck)
  • der Lunge (z. B. Asthma, chronische Bronchitis, COPD)
  • der Niere
  • Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
  • Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Patienten mit einer Krebserkrankung
  • Patienten mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, z. B. Cortison).

Zudem zeigen Beobachtungen vor allen aus China, dass COVID-19 Herz und Kreislauf sowohl direkt als auch indirekt beeinträchtigen kann. Durch die Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus können akute Schäden am Herz, Herzmuskelentzündungen, Herzrhythmusstörungen und Thrombosen auftreten.

Zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus gelten auch für Herz-Kreislauf-Patienten die besonders wichtigen allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln. Außerdem ist es wichtig, dass sie ihre vom Arzt verordneten Medikamente konsequent weiter einnehmen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es, dass es bislang keine belastbaren klinischen Daten gibt, dass Patienten aufgrund der Einnahme von bestimmten Herz Kreislauf Medikamenten wie ACE-Hemmern und Sartanen einen schlechteren Verlauf bei einer SARS-CoV-2-Infektion haben könnten. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und die Deutsche Hochdruckliga raten daher aktuell dringend davon ab, Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer und Sartane abzusetzen. Vielmehr bringt das Absetzen von Blutdrucksenkern erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich.

An deutschen Kliniken und insbesondere im St. Georg Klinikum Eisenach ist trotz allem, auch weiterhin die Versorgung anderer Notfallerkrankungen rund um die Uhr sichergestellt. Mit dem neuartigen Coronavirus infizierte Patienten werden auf getrennten Stationen versorgt.

Rufen Sie auch in Zeiten von COVID-19 unbedingt den Notarzt, wenn Sie den Verdacht haben, ein Herzinfarkt oder Schlaganfall könnte vorliegen. Werden diese Erkrankungen nicht unverzüglich im Krankenhaus behandelt, können sie schwere Folgen wie Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen oder Lähmungen haben und auch tödlich enden.

Zahlreiche Deutsche Kliniken, wie auch das St. Georg Klinikum, registrieren zurzeit weniger Patienten mit akuten Herzinfarkten und Schlaganfällen. Möglicherweise ist das auf die Verunsicherung und Angst vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zurück zu führen. Ich möchte daher den dringenden Appell an die Patienten richten, auch weiterhin bei möglichen Symptomen unverzüglich den Notruf 112 zu wählen.

Typische Symptome für einen Herzinfarkt können sein:
1. Plötzlich einsetzende Brust- oder Oberbauchschmerzen
2. Engegefühl im Brustbereich
3. Übelkeit, Erbrechen, Atemnot
4. Angstschweiß
5. Brennen hinter dem Brustbein

Bitte halten sie sich an die allgemeinen Regeln und bleiben Sie gesund.

Ihr Chefarzt Dr.med. Marcus Jahnecke

Dr.med. Marcus Jahnecke, MHBA
FA für Innere Medizin, Kardiologe
Notfall-und Sportmedizin
Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I
Kardiologie, Intermediate Care, Pneumologie, Infektiologie und Beatmungs-und Schlafmedizin

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Im nicht lebensbedrohlichen Krankheitsfall ist Ihr Hausarzt für Sie da.

Ist Ihr Hausarzt nicht zu erreichen, steht Ihnen der Kassenärztliche Notdienst unter der zentralen, kostenfreien Tel. 116 117 zur Verfügung. Der Behandlungsraum befindet sich neben der Notfallaufnahme im St. Georg Klinikum Eisenach.

Lebensbedrohliche Notfälle werden in der Notfallaufnahme behandelt. Notruf 112!