Sprechstunden Im Notfall
1. April 2021

Erste minimalinvasive Speiseröhrenentfernung in Westthüringen

Er ist Autor von mehr als 30 Büchern zur Eisenacher Lokalgeschichte, Karlheinz Büttner, und der erste Patient in Westthüringen, an dem eine sog. Ösophagusresektion minimalinvasiv vorgenommen worden ist.

Nachdem er enorm an Gewicht verloren hatte und unter starken Schluckbeschwerden litt, wurde bei dem 73-jährigen im Herbst 2020 der selten vorkommende Speisenröhrenkrebs mit einem 6 cm großen Tumor diagnostiziert. Der Patient wurde zunächst im Tumorboard vorgestellt und medikamentös im Onkologischen Zentrum unseres Klinkums internistisch vorbehandelt.

Aufgrund seiner schweren Vorerkrankungen entschloss sich das Ärzteteam für einen minimalinvasiven Zweihöhlen-Eingriff (ein Schnitt in der Bauchhöhle, ein Schnitt am seitlichen Brustkorb) mit dem DaVinci. Bei der 7-stündigen OP wurde zunächst die Speiseröhre vollständig entfernt. Aus Teilen des Magens wurde anschließend eine Speiseröhre rekonstruiert. Hierfür ist zwischenzeitlich eine Umlagerung des Patienten notwendig. Nicht nur aus chirurgischer Sicht, sondern auch hinsichtlich der Narkose eine Meisterleistung. Denn um es laienhaft auszudrücken, muss für den Eingriff im Brustkorb ein Teil der Lunge „lahmgelegt“ werden.

Prof. Kneist, Operateur und Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, hebt die fantastische Teamarbeit hervor: „Das gesamte Team aus Anästhesisten, Internisten, Intensivmedizinern, Chirurgen, Physiotherapeuten, Ernährungstherapeuten, Op-Team und Pflege müssen aufeinander bauen und vertrauen. Alle haben eine hervorragende Arbeit geleistet.“ Dieser Eingriff gehört zu den modernsten Standards weltweit und wurde erstmals auch in Westthüringen durchgeführt.

Mit dem Speiseröhrenersatz kann er nun wieder alles essen. Schon 10 Tage nach der Op berichtet der Schriftsteller von seinen aktuellen Buchprojekten. Noch im Frühjahr diesen Jahres soll das Buch „Ein Haus unter der Wartburg“ - wie auch schon in seinen vorherigen Büchern mit historischen Ansichten von Eisenach – erscheinen. „Eigentlich wollte ich die Druckfahne schon korrigiert haben, dann kam der Krankenhausaufenthalt dazwischen.“ erklärt Karlheinz Büttner und schenkt den beiden Operateuren, Oberarzt Gashi und Chefarzt Prof. Kneist, zwei seiner Bücher.

„Phänomenal ist das Vertrauen des Patienten in die multiprofessionelle Arbeit des Klinikums. Ich bin davon überzeugt, dass es vor allem Patienten schaffen, die den Willen und Zukunftspläne haben.“, fasst es Prof. Kneist abschließend zusammen.

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Karlheinz Büttner gemeinsam mit Chefarzt Prof. Dr. Kneist und Oberarzt Dr. Gashi

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