Sprechstunden Im Notfall
10. Februar 2021

Erstes zertifiziertes Alterstraumazentrum von Thüringen in Eisenach und Lengenfeld

Als erstes in Thüringen wurde das Alterstraumazentrum im St. Georg Klinikum Eisenach gemeinsam mit dem Fachkrankenhaus für Geriatrie St. Elisabeth in Lengenfeld erfolgreich zertifiziert. „Im Januar 2020 hat man sich gemeinsam auf den Weg gemacht, das Alterstraumazentrum zu zertifizieren. Seither wurden Prozesse optimiert und Strukturen entwickelt. Im Februar 2021 erfolgt die Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie.“, berichtet Dr. med. Kerstin Laqua. Die Oberärztin ist Spezialistin für Geriatrie am St. Georg Klinikum Eisenach.

Der Anteil der älteren und alten Menschen in unserer Gesellschaft nimmt kontinuierlich zu. Viele von ihnen leben selbstständig und sind teilweise sportlich aktiv. Jedoch leiden sie oft unter mehreren chronischen Erkrankungen. Kommt es im Alter zum Sturz mit einem Knochenbruch, insbesondere im Bereich des Beckens oder des Oberschenkels, so besteht unter Umständen Lebensgefahr. Es droht der Verlust von Selbstständigkeit und Selbsthilfefähigkeit.

„Oft genügt es dann nicht, dass der Unfallchirurg nur den Knochenbruch heilt, sondern der Mensch mit seinen sonstigen Erkrankungen muss ganzheitlich behandelt werden.“, erklärt Dr. Markus Daiber, leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie im St. Georg Klinikum Eisenach. „Dazu bedarf es der interdisziplinären Zusammenarbeit mit Geriatern und Internisten. Der gesamte Behandlungsablauf muss hochgradig strukturiert in einem Behandlungsteam bestehend aus Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten und Sozialarbeitern erfolgen. Die Zusammenarbeit läuft in den Strukturen eines zertifizierten Alterstraumazentrums.“, so Daiber weiter, der die Zertifizierung federführend voranbrachte.

Das Eisenacher Klinikum hat selbst keine bettenführende Klinik für Geriatrie. So entstand die Idee gemeinsam mit der Fachklinik für Geriatrie St. Elisabeth in Lengenfeld Strukturen einzurichten. Dr. med. Markus Götze, Oberarzt der Fachklinik, kommt ein bis zweimal wöchentlich nach Eisenach, um gemeinsame Patienten zu sehen und zu besprechen. Um die Patienten nach der akuten Behandlung im Eisenacher Klinikum auch weiterhin im Blick zu haben, ist auch Dr. Daiber mindestens einmal pro Woche in Lengenfeld. „Die bisher schon gute Zusammenarbeit hat sich merklich verbessert. Der enge Austausch kommt den gemeinsamen Patienten zugute.“ betont Dr. Götze und sagt weiter: „Unser höchstes Ziel ist es, das Ausgangsniveau wiederherzustellen und möglichst die Selbstständigkeit zu erhalten.“

Im Jahr 2020 wurden bereits mehr als 300 Patienten im Alterstraumazentrum behandelt. Nicht immer ist ein operativer Eingriff nach einem Sturz oder Bruch notwendig. Die Patienten verweilen im Durchschnitt 7-12 Tage im Krankenhaus. In dieser Zeit werden sie schnellstmöglich mobilisiert, insbesondere auch das Ess- und Trinkverhalten wird von den Pflegekräften im Auge behalten. „Alles läuft nach einer fest vorgeschriebenen Struktur – das Team gruppiert sich um den Patienten.“, so Markus Daiber. Die anschließende Behandlung in Lengenfeld dauert ca. 3 Wochen. Dabei bleibt es aber immer die Wahl des Patienten bzw. der Angehörigen, wo die Weiterbehandlung stattfindet.

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