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„Prof. Dr. Maximilian Nitze“

Das Nierenzellkarzinom in der Klinik für Urologie und Kinderurologie

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Nierenzellkarzinom (Bösartiger Nierentumor)

Das Nierenzellkarzinom ist nach dem Prostata- und Harnblasenkarzinom die dritthäufigste bösartige urologische Erkrankung und nimmt als häufigster Nierentumor des Erwachsenen ca. drei Prozent aller bösartigen Neubildungen ein. Die operative Therapie ist heute meist minimalinvasiv und auf den Organ- und Funktionserhalt ausgerichtet.

Wie verbreitet sind Nierenzellkarzinome?

Laut Robert-Koch-Institut erkranken jährlich über 10.000 Männer und über 6.000 Frauen an einem Nierenzellkarzinom. Die Relation zwischen Männern und Frauen beträgt 1,8 zu 1. Das Nierenzellkarzinom repräsentiert ca. 90 Prozent aller Nierentumoren. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei ca. 70 Jahren.

Durch den breiten Einsatz moderner bildgebender Verfahren wie des Ultraschalls und der Computertomografie werden mehr Nierentumore diagnostiziert, die in einem geringen Tumordurchmesser, vor allem in niedrigen Tumorstadien, einzuordnen sind. Nur noch selten sind Nierentumore zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bereits metastasiert.

Wie erkennt man ein Nierenzellkarzinom?

Der Nierentumor entsteht größtenteils sporadisch. Teilweise wird auch eine familiäre Prädisposition etwa im Zusammenhang mit dem von-Hippel-Lindau-Syndrom und anderen genetisch bedingten Erkrankungen beobachtet.

Nach heutigen Vorstellungen von der Tumorentstehung verursachen verschiedene Kanzerogene, Risikofaktoren (wie Bluthochdruck) und Umwelteinflüsse, wie hormonelle Behandlungen, Tabakkonsum (Rauchen und Passiv-Rauchen), fett- und fleischreiche Ernährung (Übergewicht!) und genetische Einflüsse, Veränderungen in der Zellbiologie. Auch gehäuft auftretende genetische Veränderungen ließen in den letzten Jahren vermuten, dass beim Nierenzellkarzinom sowohl erbliche als auch erworbene Veränderungen der Genstruktur und dadurch verursachte Regulationsstörungen des Zellwachstums und der Zelldifferenzierung zu den Hauptursachen der Tumorinduktion und -progression zählen.

Relativ häufig führen routinemäßig durchgeführte Sonographien der Nieren bzw. CT-Untersuchungen im Rahmen anderer Erkrankungen zur Entdeckung einer Raumforderung bei klinisch unauffälligen Patienten.

40 bis 70 Prozent aller Nierenzellkarzinome werden derzeit zufällig entdeckt, wohingegen die Rate vor Einführung der Sonographie bei weniger als 15 Prozent lag. Als diagnostische Verfahren stehen zur weiteren Abklärung von Raumforderungen der Nieren neben dem Ultraschall auch die CT oder MRT zur Verfügung.

Wie sieht eine stadiengerechte Therapie aus?

Die herkömmliche Einteilung nach Robson wurde zu Gunsten der TNM-Klassifikation verlassen. Tumorvolumen, Tumorgrad sowie Status der Lymphknoten- und Fernmetastasierung korrelieren gut mit der Prognose.

Die Standardtherapie des organbegrenzten Nierentumors ist die komplette Entfernung des Tumors unter Erhalt der Niere. Aktuelle Studien zeigen, dass durch dieses organerhaltende Vorgehen das Gesamtüberleben der Patienten verlängert werden konnte, da im Verlauf weniger kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle etc. auftraten.

Neu zur Verfügung steht das Verfahren der Radiofrequenzablation, das bei kleineren Tumoren als minimal-invasive Methode ultraschallgestützt angewendet werden kann. Damit kann eine „Operation“ vermieden werden.

Bei größeren, organüberschreitenden Nierentumoren muss die tumortragende Niere im Rahmen der Operation mit dem Tumor entfernt werden, um für den Patienten eine ausreichende Sicherheit bezüglich der Tumorerkrankung zu gewährleisten.

Die Chemotherapie als auch die Hormon- und Strahlentherapie stehen beim bösartigen Nierentumor als Zusatztherapie nicht zur Verfügung, da dieser diesbezüglich refraktär ist (nicht anspricht). Die Aufdeckung tumorbiologischer Mechanismen erlaubte jedoch die Entwicklung neuer Substanzen, wie Multikinasehemmer, m-TOR-Inhibitoren und auch spezifischer Antikörper sowie immunmodulierender Medikamente (check-point Inhibitoren).

Leider gibt es für Diagnostik und Verlaufskontrolle von Patienten mit Nierentumoren noch immer keinen Tumormarker. Insbesondere deshalb ist eine engmaschige urologische Vor- und Nachsorge erforderlich.

Im nicht lebensbedrohlichen Krankheitsfall ist Ihr Hausarzt für Sie da.

Ist Ihr Hausarzt nicht zu erreichen, steht Ihnen der Kassenärztliche Notdienst unter der zentralen, kostenfreien Tel. 116 117 zur Verfügung. Der Behandlungsraum befindet sich neben der Notfallaufnahme im St. Georg Klinikum Eisenach.

Lebensbedrohliche Notfälle werden in der Notfallaufnahme behandelt. Notruf 112!

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© Tobias Kromke