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„Prof. Dr. Maximilian Nitze“

Das Prostatakarzinom in der Klinik für Urologie und Kinderurologie

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TUMOREN

Prostatakarzinom

Der Prostatakrebs, die häufigste bösartige Tumorerkrankung beim Mann, geht vom Drüsengewebe der Vorsteherdrüse (Prostata) aus. In Deutschland erkrankt jeder sechste Mann an diesem Tumor, knapp drei von 100 Männern versterben an Prostatakrebs. Im Gegensatz zu vielen anderen bösartigen Tumoren wächst das Prostatakarzinom in der Regel sehr langsam. Zudem haben die meisten heute entdeckten Prostatakarzinome eine gute Prognose.

Wie verbreitet sind Prostatakarzinome?

Etwa ein Viertel aller bei Männern jährlich neu auftretenden Krebserkrankungen betreffen die Prostata. Laut Robert-Koch-Institut werden weit über 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland registriert. Die vermeintlich starke Zunahme in den letzten Jahrzehnten ist eher auf verbesserte diagnostische Methoden und eine allgemein höhere Lebenserwartung zurückzuführen als auf einen tatsächlichen Anstieg der Fälle. Das mittlere Alter bei Diagnosestellung beträgt 70 Jahre. Es gibt starke geographische und ethnische Unterschiede in der Häufigkeit.

Die Ursache der Erkrankung ist bisher weitgehend unbekannt. Die genetische Disposition spielt bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle (familiäre Häufung). Daher gelten Männer, deren Vater oder Bruder Prostatakrebs hatten, als Patienten mit etwa doppeltem Erkrankungsrisiko. Sie sollten die üblicherweise erst ab dem 45. Lebensjahr erforderliche Krebsfrüherkennung durch Kontrolle des prostataspezifischen Antigens bereits ab dem 40. Lebensjahr wahrnehmen.

Ein sicherer Einflussfaktor ist der Testosteronspiegel, da die Tumorzellen auf die Stimulation durch Androgene angewiesen sind. Im Gegensatz dazu stellen die im fortgeschrittenen Lebensalter häufig gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie) und die Prostataentzündung, ob chronisch oder akut, keine unabhängigen Risikofaktoren dar. Diskutiert werden aktuell mögliche krebsfördernde Einflüsse von Sonnenmangel und damit verbundener Mangel an Vitamin D sowie erhöhter Konsum von calciumhaltigen Lebensmitteln.

Wie erkennt man ein Prostatakarzinom?

In frühen Stadien ist Prostatakrebs nahezu immer symptomlos. Hauptbeschwerden ergeben sich beim fortgeschrittenen Karzinom aus der Blockade des Harnabflusses, sie bestehen somit in Störungen der Miktion. Beschwerden können im fortgeschrittenen Stadium mit Metastasierung auch primär durch die Metastasen entstehen, während das Prostatakarzinom klinisch stumm bleibt (Okkultes Karzinom). Am häufigsten sind hier Schmerzen der Wirbelsäule und des Beckens. Fortgeschritten metastasierte Tumoren führen auch zu Allgemeinsymptomen wie Blutarmut (Anämie) und ungewolltem Gewichtsverlust.

Mit der digital-rektalen Untersuchung kann ein erfahrener Untersucher bereits die Verdachtsdiagnose stellen, da der Tastbefund typisch ist. Allerdings werden so die selteneren Tumoren der vorderen Organregionen unter Umständen übersehen und allgemein erst recht fortgeschrittene Stadien erkannt.

Vor allem das PSA hat momentan einen hohen Stellenwert in der Diagnostik. Es ist spezifisch für die Prostata, allerdings nicht für ein Tumorleiden, sondern kann auch bei Entzündungen, benigner Prostatahyperplasie, einem Harnverhalt oder ohne ersichtlichen Grund erhöht sein. Ein Wert über 4 ng/ml (bei jungen Männern 3,5 ng/ml) gilt als abklärungsbedürftig. Das PSA ist auch der entscheidende Parameter in der Tumornachsorge nach operativer Therapie und nach einer Strahlentherapie. Die selbe Bedeutung kommt ihm in der Verlaufskontrolle eines medikamentös behandelten Prostatakarzinoms zu.

Beweisend für ein Prostatakarzinom ist ausschließlich der Nachweis von Krebszellen in einer bioptisch entnommenen Gewebeprobe. Die Biopsie (Gewebeprobe) wird durch den Enddarm oder über den Damm unter Ultraschallkontrolle (auch MRT-Fusionsbiopsie) durchgeführt.

Wie läuft die Therapie ab?

Bei lokal begrenztem Prostatakarzinom (T1/2) und guter Konstitution ist die radikale Operation der Prostata, die sogenannte „radikale Prostatektomie“, die klassische Methode. Dabei werden Prostata, Samenbläschen und die regionalen Lymphknoten entfernt. In Abhängigkeit vom bioptischen Befund bietet sich eine „nerverhaltende“ Operationsmethode (nach Patrick Walsh) an, bei der die für die Erektion verantwortlichen Nerven, die in unmittelbarer Lagebeziehung zur Prostata verlaufen, geschont werden. Das Risiko der postoperativen erektilen Dysfunktion sowie der Inkontinenzrate kann damit gesenkt werden.

Bisher liegt für die offene radikale Prostatektomie die größte Erfahrung vor. Die minimal-invasiven Techniken wie die Laparoskopie und auch die robotische Chirurgie (Da-Vinci*) sind weitere Optionen, die in unserer Klinik vorgehalten werden.

Eine weitere Therapieoption ist die Strahlentherapie mittels der perkutanen Bestrahlung (auch „Brachytherapie“ genannt). Unter bestimmten Bedingungen kann auch bei wenig bösartigen Prostatakarzinomen eine „aktive Überwachung“ erfolgen.

Medikamentöse Therapie: Grundprinzip der "medikamentösen Therapie" beim metastasierten bzw. fortgeschrittenem Prostatakarzinom besteht heute in der hormonellen Beeinflussung des Tumors und in der Chemotherapie bzw. deren
Kombination. Eine Hormontherapie in Form eines Hormonentzuges kann durch Gabe von GnRH-Analoga bzw. Antagonisten oder – heutzutage seltener – durch (irreversible) chirurgische Kastration (Orchiektomie) durchgeführt werden. Im Laufe der Therapie kann jedoch eine Hormonresistenz des Prostatakarzinoms eintreten. Daher hat diese Methode der Behandlung einen palliativen und keinen kurativen Ansatz. Weitere Möglichkeiten der medikamentösen Therpaie sind die Chemotherapie und neue Medikamente, die ebenfalls die hormonelle Abhängigkeit des Prostatakarzinoms nutzen. Ferner stehen uns Medikamente zur Verfügung, die die Tumorzellen spezifisch radioaktiv zerstören. Oft kommen diese Medikamente kombiniert oder in Sequenzen zum Einsatz.

Palliativtherapie: Im fortgeschrittenen Stadium, das keine kurative Behandlung mehr erlaubt, können medizinische Maßnahmen die Beschwerden lindern und die Lebensqualität auf einem stabilen Niveau halten. Knochenstabilisierende Medikamente haben sich als wirksam erwiesen, um osteoporotische Veränderungen im Zuge der antiandrogenen Therapie ebenso wie durch Skelettmetastasen hervorgerufene Frakturen zu reduzieren. Zur Linderung der Knochenschmerzen werden hochwirksame Schmerzmedikamente eingesetzt. Durch auf erkannte Knochenmetastasen gerichtete äußere Bestrahlung können ebenfalls für einige Zeit die Schmerzen reduziert werden.

Wie lautet die Prognose?

Die Prognose des Prostatakarzinoms ist für eine bösartige Geschwulst bzw. eine Krebserkrankung relativ günstig. Zumindest im lokal begrenzten Stadium ist die Lebenserwartung kaum verkürzt, wenn eine entsprechende Behandlung bzw. Operation erfolgt.

Im nicht lebensbedrohlichen Krankheitsfall ist Ihr Hausarzt für Sie da.

Ist Ihr Hausarzt nicht zu erreichen, steht Ihnen der Kassenärztliche Notdienst unter der zentralen, kostenfreien Tel. 116 117 zur Verfügung. Der Behandlungsraum befindet sich neben der Notfallaufnahme im St. Georg Klinikum Eisenach.

Lebensbedrohliche Notfälle werden in der Notfallaufnahme behandelt. Notruf 112!

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© Tobias Kromke